Leierkastenreise 2013 "Ein Schlafsack und eine Gitarre (...trallalala...) -  das Herz am rechten Fleck und eine Mundharmonika..." Dieses Lied, gesungen von Renate und Werner Leismann läßt mich immer wieder von meinen Leierkastenreisen träumen. Einige Jahre bin ich aus familiären Gründen nicht mehr dazu gekommen, aber in diesem Jahr war es wieder einmal soweit. Ende Juli versprach der Wetterbricht weiterhin eine langanhaltende Schönwetterperiode. Ich packte also (wie im Lied besungen) meinen Schlafsack, meine Gitarre, jedoch statt der Mundharmonika natürlich meinen Leierkasten und weitere Abenteuer- Utensilien ins Auto und fuhr als erstes gen Eisenach. Ich hatte mir als ungefähren Zielpunkt der Reise den Limburger Dom ausgewählt, wobei ich die tatsächliche Reiseroute mit möglichen Drehorgel- Spielorten ausdrücklich offenließ. Ich wollte mich ohne festen Plan einfach nur treiben lassen. Am frühen Nachmittag erreichte ich Eisenach, parkte in der Innenstadt und begann sogleich in der Fußgängerzone mit meinem ersten "Auftritt" dieser Reise. Die Innenstadt war gut besucht und ich bekam viele freundliche Blicke, was meine anfängliche Befangenheit (eigentlich habe ich ja seit 30 Jahren jedes Mal am Beginn Lampenfieber) sofort schwinden ließ. Nach etwa anderthalb Stunden setzte leichter Regen ein, der meinem ersten Tourneeauftritt ein jähes Ende abverlangte. Nachdem wieder alles verstaut war, bin ich weiter nach Bad Hersfeld gefahren. Als ich dort gegen 17 Uhr mit dem Spielen begann, war meine erste Einnahme von einer Bäckereiverkäuferin, die extra für mich ihre Ladentheke verließ. Für die Übernachtung wollte ich zunächst einen nahen Campingplatz aufsuchen. (Ich hatte doch meiner Frau versprochen, möglichst "sichere" Übernachtungsorte anzusteuern.) Auf dem Weg dorthin konnte ich aber der Versuchung einfach nicht widerstehen: Ein nicht gesperrter Waldweg zweigte von der Straße ab und wurde in seinem Verlauf immer einsamer. Hier würde während der Nacht niemand vorbeikommen. Ich stellte also das Auto am Wegrand ab und baute das Zelt daneben auf. Ich schrieb noch etwas ins Reisetagebuch, aber dann setzte auch schon wieder leichter Regen ein. Mein erster Romatik-Abend mit der Gitarre vor dem Zelt fiel also aus. Am nächsten Morgen mußte das noch etwas feuchte Zelt im Auto verstaut werden. Dann ging es weiter.  Gemäß meinem Autoatlas sollte der nächste touristisch interessante Ort Alsfeld (mit einem interessanten) Rathaus sein. Diesen steuerte ich an. Und weil es noch recht früh war (Alsfeld war noch beinahe menschenleer) frühstückte ich zunächst einmal in einem Cafe. Die Stadt füllte sich nur zögerlich. Erst gegegn 11 Uhr begann ich mit dem Orgelspiel und als ich es um 12 Uhr beendete, staunte ich dennoch über meine "Kasse". Und im Vergleich am Ende der Reise stellte ich dann sogar fest, daß es doch ein guter Stundendurchschnitt gewesen war. Für den Nachmittag hatte ich mir Marburg vorgenommen. Der Parkplatz in der Innenstadt ist gegenüber einem Aufzug, mit dem man auch mit der Orgel bequem in die höher gelegene historische Altstadt erreichen kann. Und dort oben ist man sogleich auf den zentralsten Platz mit einem Denkmal eines Marburger Dienstmann-Originals. Ich kam mit einem Gitarrenspieler, der diesen Platz ursprünglich auch einnehmen wollte, ins Gespräch und der erklärte mir, daß man an diesem Ort (behördlich genehmigt!) eine dreiviertel Stunde lang ohne elektronischen Verstärker spielen dürfe. Wieder war das Publikum dem Orgelspiel gegenüber sehr aufgeschlossen. Und es sprach mich sogar ein "Kollege" an, der mir in einem kurzweiligem Fachgespräch von seinen drei Drehorgeln erzählte. Nun ja, die Zeit verging wie im Fluge ich hatte die Zeitbegrenzung glatt vergessen. Nach anderthalb Stunden bestellte ich einen großen Eisbecher in einem nahegelegenen Eiscafé.
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